Verkehrsaufkommen

Ubers Killer-Robo-Flotte liegt auf Eis

autonomous2020-10-02 Pittburgh, Pennsylvania. Nur für den Fall, daß sich durch die Wiederholung von Lügen immer noch so mancher Taxifahrer vor seiner demnächst anstehenden Ersetzung durch “autonome Fahrzeuge” fürchten sollte: Das liegt in ziemlich ferner Zunkunft. Nach den Meldungen dazu, wie sich diese Schaumschlägerfirma international durch den dünnen Korruptionspanzer bei Legislative und Judikative frisst, ist das doch mal eine positive Nachricht. Die Originalquelle ist “The Information“, aber da gibt’s den ganzen Text leider nicht zu lesen. Passt lieber darauf auf, daß ihr keine Arbeitsverhältnisse eingeht, die der Sklaverei immer näher kommen! Da stehen nämlich Parteien und Medien mächtig drauf.

Taxikommission setzt die Uber-und-Lyft-Regeln nach Crain’s Recherche durch

2020-08-19 New York: Crain’s New York akklamiert für sich, durch Recherche und deren Veröffentlichung der TLC Dampf gemacht zu haben. Ist O.K. so. Wann schließlich versuchte die deutsche Käseglockenpresse zuletzt mal, direkt die Ausrichtung der deutschen politischen Klasse oder Behörden durch intensive Recherche aufzuscheuchen? Nä, sie ist regierungshandzahm und versucht stattdessen lieber, die Leser zu beeinflussen und zu “erziehen”. Sechs, weiter rumsitzen! Obwohl New York es immer noch nicht geschafft hat, die beschlossene Staugebühr inkraft zu setzen, wird die Luft endlich für die verlogenen Ride-Hailer dünner! Auf die ersten Datensätze sind auch wir śehr gespannt. Weil ihre allgemeine Schädlichkeit jedem ins Gesicht springt, ist klar, daß ihr Stern jetzt niedergeht. Was überhaupt ist mit unserer seltsamen Verkehrssenatorin los? Merkt die eigentlich noch was? Frau Günther: Jagen sie endlich die illegalen Clowns von der Straße! Das ist hilfreicher, als mit Nadelstichen durch Verkehrsbarrikaden zum Schein Politik zu betreiben.

Carlos Rodríguez – Spanien: Uber und Korruption in Madrid

Shark Bank2020-07-29 Madrid: Carlos Rodríguez von Elite Taxi Barcelona veröffentlicht einen Artikel auf ‘brave new europe’ und erzählt die Anfänge und den Fortgang der Liberalisierung des Taxigewerbes in Madrid. Der Text erscheint uns als eine sehr passende Antwort auf beispielsweise die Morgenpostoffensive vom 26. Juli 2020, in der an einem Tag in drei Artikeln (1, 2, 3) nicht nur Uber auf’s Schärfste beworben, sondern auch die Realität einmal komplett auf den Kopf gestellt wird: Herr Weigler (Uber) ist sich nicht zu schade, mit falschen Behauptungen an die Öffentlichkeit zu treten und zeichnet ein Bild von inzwischen friedlich kooperierenden Taxi- und Uberfahrern, quasi für ein größeres Wohl, nämlich der “Effizienz- und Umsatzsteigerung”. Das deckt sich ungefähr “null” mit der Situation auf den Straßen von beispielsweise Berlin. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die Verstrickungen von Politik und Konzernen in Madrid und beispielsweise Berlin sehr stark ähneln. Eine Übersetzung des Artikels findet sich auf taxi-innung.de. (spanisch, braveneweurope.com, Carlos Rodríguez – Spain: Uber and Corruption in Madrid”)

 

Pooling – Was ist zu erwarten aus nordamerikanischer Sicht? Für das “EU”-Abziehbild?

2020-07-20 Toronto/New York. Um es vorab gleich mal klarzustellen: Da sich die sog. “EU” stets als eine Art  Wurmfortsatz nordamerikanischer Besitz- und Machtverhältnisse erwies, dürften profund vergleichende  Einschätzungen bezüglich gesellschaftlicher Verhältnisse und daraus mannigfaltig resultierender Entwicklungen durchaus von so einiger Relevanz sein. Man hat es bei uns finden und lesen können. Vor ziemlich genau einem Jahr. Und zwar in Bezug auf das erwartbare Potential der Bereitschaft, sich in einem Fahrzeug mit Fremden quasi gemeinsam auf eine umweggespickte, urbane Reise von A nach B zu begeben, deren Verlauf man programmierten Algorithmen überläßt, denen zu folgen man bereit ist. Wobei gleichzeitig der Nutzer eines solchen Dienstes seine Anonymität – auf die er ein unbedingtes Recht hat – preisgeben muß. Schlimmer noch wiegt, daß er dabei Konzernen und/eben Datenstaubsaugern erlauben soll, soviele Eckdaten über seine Einkommensverhältnisse, Bewegungen, mögliche Kontakte usw. – eben das, was “Big Data” aus der Privatheit abzuschnorcheln bedeutet – preisgeben soll. Noch gibt es vielleicht genug Menschen, die sich dessen bewußt sind und deshalb sind die Aussichten für derartige Unterfangen eher dürftig bzw. unplausibel. “Nackichmachen” ist im Transportsektor (noch) unwirtschaftlich.  Noch gibt es Transportdienste, die florieren können, wenn anonyme Fahrgäste anonyme Zahlungsmethoden benutzen. Dies jedoch ist sicher einer der Hauptgründe für den Zerstörungswillen der Polit-Clowns der nicht verfassungsgemäßen “Findungskommission” gegenüber dem traditionellen Taxigewerbe. In ihren totalitären Phantasmagorien hat Individualität keinen Platz mehr. Wer sich also fragt, warum ausgerechnet das Taxigewerbe so scheinbar irrational angegriffen wird, alle Kontrollen der angeblichen Konkurrenz  scheinbar versagen, eine Wirtschaftlichkeit der Popanze scheinbar keine Rolle mehr spielt, könnte ja in dieser Richtung eine plausiblere Erklärung finden. Wir sähen es gern, wenn die ganzen Streiter im Gewerbe das mal bedenken würden. Heute, zur Erinnerung, wie der Stand der Dinge vor einem Jahr war, stellen wir mal zwei kleine Übersetzungen ein, um klarzustellen, wie leidlich angesagt das “Pooling” eigentlich ist. Und es ist seitdem nicht besser geworden. CleverShuttle, Berlkönig, Moia, Kapten, Bolt – Verblutungstheater, Wirtschaftskriegsmethodik, Schattenboxen.

Pooling: Wer soll das bezahlen?

2020-05-29 Berlin: Während sich der Pooling-Dumper “Berlkönig” vorgestern wie verlautbart dazu entschloss, in Berlin weiter unter Wasser zu fahren, wurde gestern bekannt, daß sein Müslikonkurrent “Clevershuttle” zunächst erheblich Federn lassen muß und sein Tätigkeitsgebiet auf Düsseldorf und Leipzig eingedampft wird. Ob nun bereits gebrauchte Toyota “Mirai” günstig zu ersteigern sind, teilte die DB offenbar nicht mit. Auch ist nicht klar, ob dies bereits der Beginn der im Sinne einer “Marktordnung” anstehenden Marktaufteilung ist. Von ihrem neuen Bundesgenossen “BVTM” dürfte jedenfalls weder Widerspruch noch Beifall zu erwarten sein.  Im Falle des ersten Pleiteprojektes wenden wir uns vehement dagegen, daß uns der Berlkönig immer noch Fahrgäste abspenstig machen können soll.  Eine Verzwergung von Clevershuttle ist nur natürlich, wird aber leider noch unsere Kollegen in vorbenannten Städten Geld und Nerven kosten. – Pooling: Wer soll das bezahlen? (deutsch, Twitter, “Pooling: Who will pay for it?”)

Uber und das Sherlock-Holmes-Prinzip: Wie die Kontrolle von Daten zu einer verzerrten wissenschaftlichen Forschung führen kann

2019-10-10 Neu auf taxi-innung.de:

Übersetzung des Artikels “Uber and the Sherlock Holmes Principle: How Control of Data Can Lead to Biased Academic Research” von Luigi Zingales erschienen am 9. Oktober 2019 auf promarket.org ⬨

“Hier ist jede Studie über jede schreckliche Sache, die Lyft und Uber dem SF-Verkehr antun – Schnallen Sie sich an”

2019-08-24 San Francisco: Das Online-Magazin “Curbed” fasst mit einer etwas reißerischen Überschrift nochmal einige Studien zusammen, deren Ergebnisse allesamt darauf verweisen, daß die Ridehailing-Firmen keine brauchbaren Lösungen der Verkehrsprobleme in den U.S. anzubieten haben bzw. welche Probleme sie erst erschaffen haben. Was fehlt, kann auf unserer Seite sogar in deutscher Übersetzung abgerufen werden. Es sind Verweise darauf, welche Probleme auf die uneinsichtige Politik in Deutschland zukommen, wenn diese denkt, daß sie den von ihr induzierten, bevorstehenden Tod von zahlreichen Taxiunternehmen durch Unterlassung ihrer gesetzlich längst geregelten Aufsichtspflichten einfach aussitzen kann! Den Artikel sollte man sich für’s Archiv bookmarken, damit bei Gelegenheit weitere Übersetzungen nachgeholt werden können – Here’s every study of every terrible thing Lyft and Uber do to SF traffic – Buckle up (englisch, Curbed, “Hier ist jede Studie über jede schreckliche Sache, die Lyft und Uber dem SF-Verkehr antun – Schnallen Sie sich an”, 21. August)

“Amazon Japan baut eine Armee von freiberuflichen Fahrern auf, im Uber-Stil”

2019-08-19 Tokyo und Aichi Präfektur, Japan: Amazons “Prime Now”-Dienst verspricht seinen Konsumtierchen, online bestellte Ware innerhalb von zwei Stunden zu liefern. Das ist ein höchst unmoralisches Angebot, wenn es denn auf Belange des Klima-, und Umweltschutzes wirklich ankäme. Das fadenscheinige “Argument”, man bräuchte eine “Armee von freiberuflichen Fahrern” und hätte Probleme, diese angesichts des Bevölkerungsrückgangs zu akquirieren, kennen wir schon aus dem dunklen Totalregierungs-Deutschland. In einem Interview der Berliner Morgenpost mit der grünen Verkehrssenatorin R. Günther von gestern äußert diese einen folgenschweren Satz: “Und wir müssen auch darüber reden, wie sich die Preise für das Anwohnerparken entwickeln sollen, damit wir wirklich nur noch die Autos in der Stadt haben, die unvermeidlich sind.” Die Preisfrage lautet also: Wer ist in Zukunft “unvermeidlich”? Die Chaoten von der Ubertanic vielleicht? Die subventionierten Konzern-Transportdienste, die kaum jemand braucht, der sein Ziel zuverlässig ohne Umwege schnell erreichen muß? Oder etwa die Dumpinglöhner auf den zahlreichen Boten-Lieferwagen, die der konsumgeilen Mittelschicht ihre Gimmicks an die Haustür liefern? Noch schlimmer: Wer sind die “Vermeidlichen”, Damen und Herren? In Berlin mit seiner Armutsquote von 22,4% und einer grünen Verkehrssenatorin, die solcherlei Dimensionen kaum berücksichtigen dürfte, ist gar nichts gut. Scheiß’ auf die “Pocket-Parks”, die es nicht zu geben braucht, so lange es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt! – Amazon Japan builds army of freelance drivers, Uber style (englisch, Nikkei Asian Review, “Amazon Japan baut eine Armee von freiberuflichen Fahrern auf, im Uber-Stil”)

“Car-Sharing-Studie: Probleme in den meisten Städten”

2019-08-10 Süddeutsche Zeitung/Twitter: Viele Städte hoffen auf eine Linderung ihrer Verkehrsprobleme durch #Carsharing: Weniger Straßenverkehr, bessere Luft und mehr Freiraum in der City. Eine neue Studie räumt mit diesen populären Mythen auf. Unser Kommentar dazu: Wir mögen es ja, daß die “Könige des Berufspendelns”, die morgens ihren Weg gar nicht eilig genug zur “Arbeit” mit dem eigenen Auto befahren können und dann aber abends wie die Zombies nach Hause schleichen und den Verkehrsfluss vernachlässigen, sich einen “Car-Sharing”-Mietwagen nehmen, wenn sie z.B. zu einer Party fahren. Genau dann sind wir sie los als Fahrgäste, die uns ein Ohr abkauen mit “könnse mal mehr Abstand halten/schneller/langsamer fahren” usw. Wenn sie denn als vernünftige Verkehrsteilnehmer ein Taxi nehmen, weil sie nicht mehr fahren dürfen, haben wir sie wieder. Leute, die lieber selber fahren, sind unsere potentiellen Fahrgäste. Warum? Weil wir die Profis im urbanen Individualverkehr sind. Staatlich reguliert aus Gründen der jahrzehntelangen Lebenserfahrung. Die Leere, die das kapitalistische System mit seiner “Individualismusillusion” und seiner entfremdeten “Nützlichkeit” in jedem einzelnen von uns zu erzeugen in der Lage zu sein scheint, kann eben nicht mit einer Flutung durch “Produkte” gefüllt werden. Schon gar nicht mit leicht durchschaubaren “Agenden”. Der Ansatz von sog. Start-Ups, einfach aufzusetzen und die Systemfrage nicht gestellt oder zureichend beantwortet zu haben, kann nur in einer Müllhalde enden. Die Arithmetik ihrer Wirtschaftslehren geht eben am Wesentlichen vorbei: Und das ist Menschenkenntnis! Und der Schlüssel dazu ist eben genau nicht Menschenverachtung! (deutsch, twitter)

“In einer Welt autonomer Fahrzeuge brauchen wir mehr öffentliche Verkehrsmittel denn je”

2019-08-06 Cologny/Genf: Am 19. Juli ließ das Weltwirtschaftsforum einen verkehrswirtschaftsstrategischen Artikel von Raphael Gindrat veröffentlichen, der es in sich hat. Nun muß man nicht mit jedem Aspekt, der darin betrachtet wird, übereinstimmen. Denn bei “MaaS” z.B. wird klar, daß die Profiteure und Hüter des kapitalistischen Systems nicht nur ihre Schäfchen genau zählen, sondern noch mehr überwachen möchten. Aber auch die Betrachtung unter Einbeziehung von Erkenntnissen bezgl. AVs (Autonomous Vehicles) enthält für so manch einen politischen Apologeten sicherlich Überraschendes. Was uns hier ins Auge sprang, war die Erwähnung des Umstandes der wirtschaftlichen Schädlichkeit für Städte, die private Ride-Hailing Firmen wie “Uber” & Co. mit ihrer sinnlosen, egoistischen Überflutung mit Mietwagen mit Chauffeur verursachen, die man dort nun erkannt zu haben scheint. (Sehr witzig übrigens, wie “Google Translate” den Begriff “ride-hailing companies” mit “Hagelkampffirmen” übersetzte!) Und das Schönste in diesem Artikel dürfte sein, daß man eine Einschätzung des ITU (International Transport Forum) wiedergab: „Es gibt keinen Grund, warum derzeitige öffentliche Verkehrsbetriebe oder Taxiunternehmen keine aktive Rolle bei der Erbringung dieser Dienstleistungen spielen könnten“, heißt es in dem Bericht der ITU. „Die Steuerung der Verkehrsdienste, einschließlich der Vorschriften und Regelungen für Konzessionen, muss angepasst werden.“ Da könnte ja vielleicht unser bundesdeutsches PBefG als Vorbild gemeint sein? Unsere Botschaft: Eure fettigen Flossen weg vom PBefG, Hazardeure! Private Ride-Hailer und Klone: Raus! – In a world of autonomous vehicles, this is why we’ll need more public transport than ever (englisch, World Economic Forum, “In einer Welt autonomer Fahrzeuge brauchen wir mehr öffentliche Verkehrsmittel denn je”, 19. Juli)

“Verringern oder erhöhen TNC’s die Verkehrsüberlastung?”

2019-08-03 San Francisco/ New York – Studie aus dem Mai 2019: “Verringern oder erhöhen TNC’s (also hier würde man Mietwagen sagen) die Verkehrsüberlastung?”
“Diese Studie untersucht, ob Verkehrsnetzunternehmen (TNCs) wie Uber und Lyft ihrer erklärten Vision einer Verringerung der Verkehrsüberlastung in Großstädten gerecht werden.”
“Die Ergebnisse deuten auf eine Substitution zwischen TNCs und anderen Autofahrten hin, aber die meisten TNC-Fahrten bringen neue Autos auf die Straße.”
(englisch, ScienceAdvances, “Do transportation network companies decrease or increase congestion?”, 8.5.2019)

“Die Auswirkungen des Mietwagens in der Stadt Toronto auf den Transport”

2019-07-16 Toronto: In einem Tweet vom 1. Juli weist Bruce Schaller auf eine Studie der kanadischen Stadt Toronto und dem “Big Data Innovation Team” unter Mitwirkung des Forschungsinstitutes der Universität Toronto für Verkehrswesen hin, die anhand detaillierter Fahrtdaten von lizensierten PTCs (Private Transportation Companies) über einen Zeitraum vom September ’16 bis September ’18 erhoben wurde. Sie fördert u.a. zutage, daß die Zahl der “gepoolten” Fahrten besonders in den Randgebieten der Stadt nachgefragt wurde, bzw. kontinuierlich allgemein über den beforschten Zeitraum gewachsen sei, insgesamt aber bei 26% der gesamt nachgefragten Fahrten liege. Ferner würden dennoch 82% dieser Fahrten durchgeführt, ohne daß Mitfahrer und zusätzliche Fahrgäste zusammenkommen würden. Er interpretiert dies als Bestätigung für seine Arbeitsthese, daß die Nachfrage des “poolings” in den U.S. und Kolonien im Moment bei allgemeinen, mageren 25% liegt. Wie lange würde es also beim aktuellen Stand dauern, bis Konzerne ihr Budget zur Subventionierung des Preisdumpings aufgebraucht haben und die Kommunen mit ihren naiven Ambitionen im Regen stehen lassen? Oder schaffen sie es, sich frisches Notenbankgeld von der EZB zu beschaffen? Oder sieht sich das abtrünnige Staatspersonal korruptiv genötigt, Steuersubventionen durchzuwinken? Im Falle des Moia-“Experimentes” in Hamburg werden zur wissenschaftlichen Begleitung zwei Fakultäten aufgerufen: Jeweils ein Wissenschaftler der Universität der Bundeswehr München sowie des Pendants des MIT, Karlsruhe Institute of Technology. Sind die etwa sakrosankt, wenn es um Bezahlurteile geht? Norbert Häring, Wirtschaftswissenschafts-Redakteur beim “Handelsblatt” hatte bereits Ende 2017 darauf hingewiesen, wie das in den U.S. via “Uber” abgelaufen ist. Der aktuelle Stunt der Automobilindustrie hat vergleichbare Züge – The Transportation Impacts of Vehicle-for-Hire in the City of Toronto (englisch, City of Toronto/Big Data Innovation Team, “Die Auswirkungen des Mietwagens in der Stadt Toronto auf den Transport”, 22. Juni)

Verkehr in Berlin: Leider klimaschädlich

2019-07-15 Berlin: Carl Waßmuth ist Bauingenieur. Und Vorstandsmitglied des Vereins Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB). Ein Verein, dessen Arbeit wir, sowie bereits diejenige des Berliner Wassertisches, außerordentlich schätzen. Wenngleich er in seiner Aufzählung der schädlichen Verkehre auch die tausenden Flugzeuge, die allmonatlich über die Dächer Berlins rauschen, schlicht vergessen zu haben scheint, so hat er doch den Kern des Problems erkannt: Die versuchte Republikflucht des staatsvergessenen Staatspersonals aus der Daseinsvorsorge im Falle des ÖPNV und der damit einhergehenden Überlassung an Konzerne. Das bedroht unsere Existenzen bereits heute! – Verkehr in Berlin: Leider klimaschädlich (deutsch, MieterEcho Juni ’19, “Traffic in Berlin: Unfortunately harmful to the climate”)

Hansafunk hat Hoffnung

2019-07-07 Gehirnwäsche? Aufsichtsratsvorsitzender der Hansa Funktaxi eG Hamburg, Werner Möllmann, läßt sich zu der Aussage hinreißen, dass ein breiteres Mobilitätsangebot nicht unbedingt negative Auswirkungen haben wird. Er vermutet, dass parallel zur Mobilitätsflut das “Privatauto” zunehmend verschwinden wird und “wir so auf Dauer Zuwächse haben werden”. Wen meint er mit wir und Zuwächse wo? Hamburg freut sich auf uber und free now (deutsch, Handelskammer Hamburg bei facebook, Video)

“Ein (neuer) Bericht weist auf Torontos ungleiche Taxi- und Ride-Hailerregeln hin, die zur Überlastung in der Innenstadt beitragen und die Emissionen verschlechtern”

2019-06-28 Toronto: Ein Markstein für Legault in Québec und Vancouver sowieso. Hoffentlich hat er es gelesen. Ein neuer Bericht des Ryerson’s Urban Analytics Institute mit Verlinkung im Artikel. “Der Bericht weist darauf hin, dass PTCs (Private Transportation Companies) auf der Grundlage einer kürzlich veröffentlichten Analyse der Stadt Toronto für einen signifikanten Anstieg des Fahrzeugverkehrs in Toronto verantwortlich sind und jährlich Millionen zusätzlicher Fahrten, vor allem in der Innenstadt, hinzufügen. “Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Taxis in Toronto zwar auf etwa 5.000 begrenzt ist, die geschätzte Anzahl der ausgestellten PTC-Lizenzen jedoch 70.000 beträgt, obwohl nicht alle aktiv sind.” Klarer kann man auf so eine offensichtliche Diskrepanz nicht hinweisen. – Toronto’s unequal taxi and ride-share rules contributing to downtown congestion, worsening emissions, report says (englisch, The Star, “Ein (neuer) Bericht weist auf Torontos ungleiche Taxi- und Ride-Hailerregeln hin, die zur Überlastung in der Innenstadt beitragen und die Emissionen verschlechtern” 24. Juni)

“Leere Ubers verschärfen die Stauprobleme in Großbritannien”

2019-06-10 England: Das Märchen von der Verkehrsentlastung durch Ride-Hailing. “Die Daten zeigen, dass Fahrer in Glasgow, Nottingham und London über 35% ihrer Schicht leer verbrachten und verschiedene Bereiche auf der Suche nach Arbeit umkreisten. Andere Daten zeigen, dass Uber-Fahrer 23% ihrer Arbeitszeit damit verbringen, zu einer Abholung zu fahren, wobei ein Fahrgast nur für 42% der Zeit an Bord ist und das Fahrzeug für 58% einer Fahrerschicht leer bleibt. Dem ehemaligen Uber-Fahrer James Farrar gelang es, die Daten nach einem zweijährigen Rechtsstreit per GDPR (General Data Protection Regulation der EU) von Uber zu erhalten. Er erklärte, dass die Zahlen einen schlüssigen Beweis dafür liefern, dass das Konzept der Ride-Hailing-App-Unternehmen zur Verkehrsüberlastung im Vereinigten Königreich beiträgt”. (Die Paywall des Original-Artikels in der englischen Sunday Times unter https://bit.ly/2X0zRXt war leider unumgehbar)Empty Ubers adding to UK’s congestion problems (englisch, TaxiPoint, “Leere Ubers verschärfen die Stauprobleme in Großbritannien”)

“Akzeptieren Sie keinen Ersatz für vollständige Reisedaten von Uber und Lyft“

2019-05-16 Ubers Anbiederei an die Städteplaner ist genauso halbseiden, wie alles andere, was sie anpacken. In den U.S. fallen die Profis darauf jedenfalls nicht herein: „(…) Uber Movement ist kein Ersatz für die gesamten Daten, um die die Städte gebeten haben. (…) Uber Movement erzählt den Städten nicht, wie Uber selbst das Verkehrssystem beeinflusst. Untersuchungen haben gezeigt, dass Uber und Lyft das Verkehrsaufkommen in großen, dichten Städten erheblich erhöhen und die Verkehrsüberlastung verschärfen, was den Nahverkehr verlangsamt. Um die Herausforderungen von Uber und Lyft besser zu bewältigen, sollten die Städte von ihnen robustere Reisedaten verlangen“. – Accept No Substitutes for Full Trip Data From Uber and Lyft (englisch, Transit Center, „Akzeptieren Sie keinen Ersatz für vollständige Reisedaten von Uber und Lyft“.)

“Klimakiller Uber”

2019-05-16 „Ungewöhnliche Bündnisse“. Was meint Frau Lang damit? Einen Generalstreik? Das wäre mal eine Maßnahme, die gleich eine ganze Phalanx an Forderungen in Stellung bringen könnte! Was wir vor allem brauchen, sind intelligente, unbestechliche Staatsbedienstete, die den Staat auch als humanistisches Bollwerk gegen die kalten, mathematischen Gesetzmäßigkeiten eines „Freien Marktes“ denken können und gerade NICHT lammfromm befolgen, was Ökonomie-Akademiker jahrelang in sich hineingefressen haben und jetzt auf alles anzuwenden empfehlen! – Klimakiller Uber (deutsch, neues deutschland)

“Amsterdam könnte 2030 benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge verbieten. Wie wird das aussehen?”

2019-05-13 Amsterdam: Wenn das Wunschdenken stärker ist, als der Realitätssinn. Forbes sinniert über die Folgen, wenn eine Stadt wie Amsterdam alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verbannt: “Die Idee Amsterdams wird sicherlich von der Berücksichtigung des Lärms und der Luftverschmutzung in seiner Stadt getragen, aber sie hat das Potenzial, die Stadt vom Rest der Niederlande und Europas zu isolieren”. – Amsterdam May Ban Gasoline-Powered Vehicles In 2030. What Will That Look Like? (englisch, Forbes, “Amsterdam könnte 2030 benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge verbieten. Wie wird das aussehen?” 7. Mai)

“Uber erhöht um ein Pfund für Fahrten in Londons City-Mautzone”

2019-04-05 London: Fahrpreise bei Uber steigen. “Private Verleihfirmen waren von der Gebühr befreit worden, aber die Regulierungsbehörde Transport for London (TfL) versucht, die Anzahl der Fahrzeuge auf den Straßen der britischen Hauptstadt zu reduzieren, die zum Teil durch aufkeimende Taxi-Apps stark gestiegen ist. ” – Uber adds one pound on journeys in London’s congestion charge zone (englisch, Reuters, “Uber erhöht um ein Pfund für Fahrten in Londons City-Mautzone”)

“Eine Flut von einfachem Geld verstopft die Straßen der Stadt”

2019-04-05 Das Kapital dreht sich zulasten der Gesamtheit um die eigene Achse, weil die zu plündernden Gegner nuklear bewaffnet sind. Die Nato begeht zu ihrem Siebzigsten das Renteneintrittsgesuch. Unterschätzt nicht den “Transport”, wie Joseph M. Fischer. Also will es erstmal uns plündern! The Atlantic schrieb: “Die Ökonomie ist geradlinig: Ride-Hail-Unternehmen haben es billiger und einfacher gemacht, ein Auto zu nehmen, aber eine Stadt kann und wird keine Straßen mehr bauen, um all diese Autos aufzunehmen.” – A Glut of Easy Money Is Clogging City Streets (englisch, The Atlantic “Eine Flut von einfachem Geld verstopft die Straßen der Stadt”) (29.März)

Telefoninterview mit Bruce Schaller

2019-04-05 New York: Interessantes Telefoninterview mit Bruce Schaller zu den komplizierten Détails der Staugebühr. Statt der 96th als Begrenzung ist jetzt auch die 60th Street im Gespräch. Wir lernen, daß die Stadt New York sich die Flaschenhalssituation für den Verkehr teilweise erst selbst geschaffen hat. Die Packung oben drauf sind aber unbestritten die Mietwagen. Berlin erscheint mit seinen städtebaulichen Maßnahmen zur Straßenverengung ebenfalls auf dem Weg zu sein, irgendwann eine Staugebühr für bestimmte Zonen wie Mitte z.B. einzuführen…(englisch, Pacifica Radio in New York City, podcast von 0:30 bis ca. 0:59)