Big Data

Pooling: Wer soll das bezahlen?

2020-05-29 Berlin: Während sich der Pooling-Dumper “Berlkönig” vorgestern wie verlautbart dazu entschloss, in Berlin weiter unter Wasser zu fahren, wurde gestern bekannt, daß sein Müslikonkurrent “Clevershuttle” zunächst erheblich Federn lassen muß und sein Tätigkeitsgebiet auf Düsseldorf und Leipzig eingedampft wird. Ob nun bereits gebrauchte Toyota “Mirai” günstig zu ersteigern sind, teilte die DB offenbar nicht mit. Auch ist nicht klar, ob dies bereits der Beginn der im Sinne einer “Marktordnung” anstehenden Marktaufteilung ist. Von ihrem neuen Bundesgenossen “BVTM” dürfte jedenfalls weder Widerspruch noch Beifall zu erwarten sein.  Im Falle des ersten Pleiteprojektes wenden wir uns vehement dagegen, daß uns der Berlkönig immer noch Fahrgäste abspenstig machen können soll.  Eine Verzwergung von Clevershuttle ist nur natürlich, wird aber leider noch unsere Kollegen in vorbenannten Städten Geld und Nerven kosten. – Pooling: Wer soll das bezahlen? (deutsch, Twitter, “Pooling: Who will pay for it?”)

Nudging at it’s best: MaaS in Kanada am Beispiel von Toronto – Konzerne verdrängen das Taxi

2019-12-31 Toronto, Kanada: Die Commonwealth Realms, hier beispielhaft Kanada, ziehen den MaaS-Plan gnadenlos Zug um Zug durch. Wir pickten ein schönes Beispiel für einen Nudging-Artikel heraus, den Radio-Canada am 29. Dezember geliefert hat und übersetzten ihn. In Toronto weiß man genau, daß die Studie des “Big Data Innovation Teams“, dargelegt auf Seite 12, nur eine klägliche Pooling-Nachfrage von 26% erwies. Man denkt sich wohl: Was nicht ist, kann man ja herbeischubsen! Für deutsche Politiker, die uns immer glauben machen wollen, die Abmachung eines Grundgerüstes vonseiten der Idee einer Staatsgründung BRD mit seiner repräsentativen Demokratie funktioniere noch und hätte keine feudalistischen Eingrätschungen des verbeamteten Personals zu verzeichnen, sähe dies im Vergleich noch viel schlimmer aus. Gibt es doch alte, aber gleichwohl gültige Urteile des Bundesverfassungsgerichtes und ohnehin eine klare Aufgabenstellung für das Staatspersonal, die Daseinsvorsorge qua Verfassung aufrecht zu erhalten. Achten Sie also mal darauf, wer alles ausgerechnet in Deutschland so “mitschubst”. …

“Indien erwägt Provisionsobergrenze für Uber, Ola und die disruptive Industrie”

2019-11-30 Indien: Die Regierung liebäugelt damit, die zulässige Provisionsobergrenze für vermittelte Fahrten auf 10% zu deckeln. Der Regierungsentwurf soll laut Reuters auch folgendes beinhalten: “Um die Sicherheit zu erhöhen, sagte der Entwurf der Regierung, dass Vermittlungsunternehmen einen Kontrollraum einrichten sollten, der Fahrzeuge überwachen und alle drei Stunden eine Gesichtserkennung der Fahrer durchführen kann”. “Schöne neue Welt”…. “India considers commissions cap for Uber, Ola, unsettling industry” (englisch, Reuters, “Indien erwägt Provisionsobergrenze für Uber, Ola und die disruptive Industrie”)

Uber & Nauto: Datensammeln für die künstliche Intelligenz

2019-11-24 In verschiedenen Städten der USA schon seit Juli getestet, für Mexiko und Brasilien geplant: Uberfahrern wird angeboten, für 5$ monatlich eine Dashcam zu mieten, die dann auch das Geschehen im Innenraum des Fahrzeugs aufzeichnet (optisch UND akustisch). Verkaufsargument natürlich die Sicherheit. Kunde und Fahrer hätten keinen Zugang zu den Daten, nur das Uberpersonal, bei Bedarf “zur Klärung einer Situation”. Die ganze Sache ist eine Kooperation mit der Firma Nauto, die sich mit künstlicher Intelligenz zum Vermeiden von Unfällen beschäftigt. Wer jetzt denkt “na, das ist doch nützlich”, dem empfehlen wir, vielleicht unter Zuhilfenahme des Buches “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus” von Shoshana Zuboff, zu verstehen, dass mit solchen Projekten naturgemäß wesentlich mehr Daten anfallen, als man sich gemeinhin vorstellt. Und das diese bis auf das letzte Bit ausgewrungen werden, um daraus Profit zu schlagen. Insbesondere Sprachaufzeichnungen stehen hoch im Kurs, denn der aktuelle Stand der künstlichen Intelligenz ist nicht das Ende aller Begierde: Es geht um affective computing (emotionale künstliche Intelligenz).
Ein Hohn, dass die Fahrer auch noch eine monatliche Gebühr dafür zahlen sollen. Uber Embraces Videotaping Rides, Raising Privacy Concerns(englisch, New York Times, “Uber setzt sich für die Videoaufzeichnung von Fahrten ein und wirft Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre auf”, 20. November)

“Uber hat viele Daten darüber, wie Menschen in Städten navigieren”

2019-09-13 San Francisco: Wie steht es eigentlich mit den Erfolgen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz im Hauptstadttheater Berlin beim Zugriff auf die für verkehrsplanerische Zwecke kostbaren Daten von Uber bezgl. seiner Vermittlungstätigkeit an sog. “Uber-Partner” bei der geduldeten Durchführung von taxiähnlichem Verkehr entgegen dem Personenbeförderungsgesetz? – Uber has troves of data on how people navigate cities. Urban planners have begged, pleaded, and gone to court for access. Will they ever get it? (englisch, Marker, “Uber hat viele Daten darüber, wie Menschen in Städten navigieren. Stadtplaner haben um Zugang gebeten, gefleht und sind vor Gericht gegangen. Werden sie es jemals bekommen?”, 9. September → zur Übersetzung des Artikels auf taxi-innung.de)

“Das Kfz-Gesetz (Änderung) regelt Taxi-Aggregatoren…”

2019-06-21 Indien: Wenn hiesige Politiker nach Digitalisierung schreien, darf man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß sie auf ein Focaultsches Panopticon abheben, welches “Aaadhaar” in Indien bereits ist. In diesen digitalen Alptraum der weltgrößten biometrischen Datenbank, deren sicherheitstechnische Hintergehbarkeit IT-Sicherheitsexperten die Haare zu Berge stehen lässt, soll jetzt das Kraftfahrzeuggesetz in der Version von 2016 obligatorisch und zwingend eingefügt werden. Während der Gesetzesentwurf begrüßenswerterweise insbesondere darauf abzielt, Taxi-Aggregatoren (e.g. Ride-Hailer) zu regulieren, die er als digitale Vermittler oder Marktplätze definiert und Taxi-Aggregatoren dazu verpflichtet, sich an das IT-Gesetz 2000 zu halten und gleichwohl Lizenzen und Zulassungsbescheinigungen nach dem Kraftfahrtgesetz von 1988 erhalten werden sollen, zeigt er aber auch die volle Breitseite digitaler Durchschlagskraft auf das Individuum: “Elektronische Überwachung und Durchsetzung der Straßenverkehrssicherheit: Der Gesetzentwurf fügt einen neuen Abschnitt 136A ein, der die Landesregierungen beauftragt, die elektronische Überwachung und Durchsetzung der Straßenverkehrssicherheit auf nationalen und staatlichen Autobahnen und Stadtstraßen sicherzustellen. Er weist die Zentralregierung auch an, Regeln für das elektronische Überwachungs- und Hilfssystem durch die Installation von Blitzkameras, CCTV-Kameras, Blitzgeräten, tragbaren Kameras und anderen Technologien zu erlassen”. Das “Knöllchen” kommt also bargeldlos bezahlbar auf die “eigene” Smartwanze! Mit Folgen. Das Freiheits-Geheuchel der sog. westl. “Wertegemeinschaft” wird noch beizeiten ebenso seiner hintergründig totalitär offenbarten Fratze weichen…. – Summary: The Motor Vehicle (Amendment) Bill regulates taxi aggregators, and may make Aadhaar mandatory for getting drivers’ licences (englisch, Medianama, “Zusammenfassung: Das Kfz-Gesetz (Änderung) regelt Taxi-Aggregatoren und kann Aadhaar zwingend vorschreiben, um Führerscheine zu erhalten” (19. Juni))

“Leere Ubers verschärfen die Stauprobleme in Großbritannien”

2019-06-10 England: Das Märchen von der Verkehrsentlastung durch Ride-Hailing. “Die Daten zeigen, dass Fahrer in Glasgow, Nottingham und London über 35% ihrer Schicht leer verbrachten und verschiedene Bereiche auf der Suche nach Arbeit umkreisten. Andere Daten zeigen, dass Uber-Fahrer 23% ihrer Arbeitszeit damit verbringen, zu einer Abholung zu fahren, wobei ein Fahrgast nur für 42% der Zeit an Bord ist und das Fahrzeug für 58% einer Fahrerschicht leer bleibt. Dem ehemaligen Uber-Fahrer James Farrar gelang es, die Daten nach einem zweijährigen Rechtsstreit per GDPR (General Data Protection Regulation der EU) von Uber zu erhalten. Er erklärte, dass die Zahlen einen schlüssigen Beweis dafür liefern, dass das Konzept der Ride-Hailing-App-Unternehmen zur Verkehrsüberlastung im Vereinigten Königreich beiträgt”. (Die Paywall des Original-Artikels in der englischen Sunday Times unter https://bit.ly/2X0zRXt war leider unumgehbar)Empty Ubers adding to UK’s congestion problems (englisch, TaxiPoint, “Leere Ubers verschärfen die Stauprobleme in Großbritannien”)

“Plattformkapitalismus und der neue Traum vom freien Markt”

coding2019-05-15 In ihrem Beitrag zur “Findungskommission” am 10. Mai präsentierten die “Tagesthemen” der ARD den Chef der Berliner Taxi-Innung, Leszek Nadolski, an erster Stelle. Das ist hochverdient und vollkommen richtig so. Einige werden sich aber gefragt haben, warum da dieser Rohleder vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) ausgerechnet zum Thema Personenbeförderung befragt wurde. Dieser Text gibt Auskunft darüber, was sonst noch so hinter der geplanten, digitalen Eintütung des Taxigewerbes stecken dürfte. Denn sie wollen keine anonymen Fahrgäste mit unerfasster Wegstrecke. Wir allerdings schon! “Auf EU-Ebene haben sich Plattformunternehmen in der Lobbyorganisation „DIGITALEUROPE“ zusammengeschlossen, in den USA nennen sie sich „Coalition of Services Industries“ und in Deutschland sind sie dem Branchenverband „BITKOM“ beigetreten. In klassischer Freihandels-Manier rufen sie zum Kampf gegen den „digitalen Protektionismus“ auf und fordern den Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse in der Digitalbranche. Neben dem Abbau von Zöllen auf digitale Produkte und der Absicherung von ausländischen Investitionen liegt ihr Hauptinteresse auf der Umgehung von Datenschutzrichtlinien. Insbesondere Lokalisierungsbestimmungen, die Plattformen dazu verpflichten, die Daten ihrer Nutzer lokal zu speichern, würden zu Wachstumseinbußen und hohen Kosten führen, argumentieren die Plattformunternehmen”.Plattformkapitalismus und der neue Traum vom freien Markt (deutsch, Attac Theorieblog, 14. April, Dank an Kollege “Didi”)

“Uber berechnet mehr, wenn sie denken, dass du bereit bist, mehr zu zahlen”

2019-03-31 Fahrpreisdebatte: Wie Uber mittels moderner Technologie die Fahrgäste für dumm verkauft und damit demokratische Errungenschaften aufrollt. Wie fortschrittlich dagegen eine politisch beeinflußbare Tarifkommission doch ist! In D schon seit etlichen Jahrzehnten – Uber Charges More If They Think You’re Willing To Pay More (englisch, Forbes, “Uber berechnet mehr, wenn sie denken, dass du bereit bist, mehr zu zahlen”)

“Fahrerlose Autos: Überholspur ins Nichts?”

2019-03-29 SZ/ Twitter: Fahrerlose Autos: Überholspur ins Nichts? Aus dem Text des verlinkten Artikels: “Diese Woche wird BMW auch ein neues Datenzentrum mit 230 PetaByte Speicherplatz und über 100 000 Rechenkernen im Campus Unterschleißheim eröffnen:(…)” Das klingt doch nach einem Pendant einer uns bekannten U.S.-Firma, die mit Nachnamen “Technologies” heißt und in Echtzeit unter Hinzuziehung von “Big Data” jedem Fahrgast einen individuellen Preis machen kann… (deutsch, SZ/Twitter, “Driverless cars: Passing into nowhere?”)

“Breakingviews – Hadas: Sechs wirtschaftliche Gründe, Uber zu hassen”

2018-10-27 Breakingviews – Hadas: Six economic reasons to hate Uber  (englisch, Reuters, “Breakingviews -Hadas: Sechs wirtschaftliche Gründe, Uber zu hassen”, 25. Oktober, → Übersetzung des Artikels als *pdf) ◊