USA

Uber zieht alle Mitarbeiter über’n Tisch – auch die Gentry-Träumer

Genie2020-07-15 San Francisco: Was also sind Arbeitsvertragsabschlüsse wert, die den Zurverfügungsteller dazu verführen, seinen Lohn zu verwetten? Reicht es denn aus, die Toiletten zwischen den “gewöhnlichen” Umsatzbeschaffern und der Gentry zu trennen, um den “besseren” Lebensentwurf bestätigt zu bekommen? Sieht nicht ganz so aus. Selbst die Idioten stellen fest: Uber ist ein Untoter!Ex-Uber employees are being surprised by big tax bills. They blame the ride-hailing company(englisch, NBC News, “Ex-Uber-Arbeitnehmer werden von hohen Steuerrechnungen überrascht. Sie geben der Ride-Hailing-Firma die Schuld”, 13. Juli)

Ein kurzer, knackiger Kommentar zur “Unabhängigkeit” von Fahrpreisabsprachen der Uber-Clowns in Kalifornien

megaphone2020-07-15 San Francisco: Wir hatten es längst erwähnt. Die Geschicke der Uber-Fahrer fokussieren wir nicht. Interessant sind schon aber die Mechanismen, derer sich diese Fake-Firma Uber bedient.  Und na klar: Es kann nur immer schlimmer werden. Viel Spaß bei diesem Kommentar von Bryan Menegus auf “Gizmodo”:

NY hilft Uber und Lyft, “das System zu betrügen” und Fahrern den Beschäftigungsstatus zu verweigern, macht eine Klage geltend

First Aid2020-06-11 New York: Knapp zwei Wochen alt ist der Bericht des “Gothamist”, wie sich die antihumanistische Sklavensystemfirma “Uber” selbst unter Pandemiebedingungen aus ihrer Verantwortung ihrer aus dem digitalen Off materialistisch erzeugten Opfergruppe gegenüber davonstiehlt, wenn es darum geht, das zu verschleißende Menschenmaterial finanziell am “Leben” für eine weitere, nachhaltigere, monetäre Verwertung zu erhalten. Das marktradikale Pack, welches sowieso nur deshalb existieren kann, weil es eben ein Staatskonstrukt als Basis hat, überläßt auch ebendiesem, seine zu verheizende Zielgruppe aus Imagegründen anstelle seiner mit Steuermitteln aufzupäppeln. Es ist durchaus erwähnenswert, daß Ubers langer, gieriger Arm zumindest im Jahre 2016 laut New York Times in persona von Frau Melissa DeRosa, ihres Zeichens Stabschefin von Gouverneur Andrew M. Cuomo reichte, die ihrerseits mit Matthew Wing verheiratet ist, der für Uber in Manhattan, wo er die Öffentlichkeitsarbeit für den Nordosten der Vereinigten Staaten beaufsichtigte und von Oktober 2011 bis Juni 2013 stellvertretender Kommunikationsdirektor für New York City und von Juni 2013 bis September 2014 Pressesekretär von Gouverneur Cuomo und später Kommunikationsdirektor für die Wiederwahlkampagne des Gouverneurs war. Den deutschen Käseglockenmedien mit dem Siegel “öffentlich-rechtlich” muß man einfach mal klarmachen, daß es befremdend kleinkariert ist, es dann, wenn es ihnen beliebt, dem gedungenen Vasallen für die Kolonie “Deutschland”, Christoph Weigler, der ein “General Manager Germany” sein soll und sich als digitaler “Green-beard” verkauft, zu so wichtigen Fragen, wie der Verkrüppelung eines seit Jahrzehnten bewährt fortschrittlichen Gesetzes, wie dem Personenbeförderungsgesetz auch noch vor die Kamera zu zerren und ihn infantile Plattitüden in den Äther jagen zu gestatten. Auch dieses seltsame “Deutschland” mußte in der Pandemiekrise den fachfremden Uberbots zwecks Aufrechterhaltung der strukturellen Gewalt finanziell unter die Arme greifen. Steuerausfälle durch die Nichtunterdrückung von Uber und ähnlicher Bots wie “freenow” gleich mit bilanziert. Wir geigten also diesen Artikel durch DeepL und korrigierten, wo es nötig war. Das leidige Thema wurde allerdings bereits am 26. März vom “Streetsblog USA” aufgegriffen – NY Is Helping Uber And Lyft “Cheat The System” And Deny Drivers Employment Status, Lawsuit Claims (englisch, Gothamist, “NY hilft Uber und Lyft, “das System zu betrügen” und den Fahrern den Beschäftigungsstatus zu verweigern, macht eine Klage geltend”, 27. Mai)

Michael Moore präsentiert: Planet of the Humans

2020-05-13 USA: Neben der Rezession tauchte auch Jeff Gibbs’ von Michael Moore produzierter neuer Film “Planet of the Humans” auf. Weil er eh’ gerade in praktisch keinem öffentlichen Kino gezeigt werden konnte, stellte er ihn eben ins Netz. Eine interessante Doku, die uns Nachdenken macht, was denn ein “new green deal” eigentlich sein könnte. Komme uns keiner mit Zensursula, die noch nie etwas richtig gemacht hat, seitdem sie in “Politik” dilettiert.

“Uber offenbart Verluste von 2,9 Milliarden Dollar im ersten Quartal…”

2020-05-08 New York: 2,9 Milliarden Verlust trotz 3,54 Milliarden Umsatz im ersten Quartal 2020 und Uber ist sich nicht zu schade, zu behaupten, Corona sei die Ursache. Wir stauben aus diesem Anlaß mal wieder die Pokale im Regal ab (BGH, Köln, Frankfurt, München), stellen einen neuen dazu (Landgericht Düsseldorf untersagte kürzlich die Vermittlung via Uber-X) und fordern abermals die Exekutive auf, ihre Arbeit zu erledigen und dafür zu sorgen, dass Gerichtsurteile nicht weiter zur Makulatur verkommen. “Uber reveals first-quarter losses of $2.9 billion because of the coronavirus…” (englisch, Bloomberg, “Uber offenbart Verluste von 2,9 Milliarden Dollar im ersten Quartal wegen des Coronavirus…”)

Investoren treten auf die Bremse bei Automobilneugründungen: Der Eifer für selbstfahrende Technik kühlt ab

2020-02-14 Detroit: Wir haben, so gut es ging, keine Möglichkeit ausgelassen, auf Artikel hinzuweisen, die deutliche Zweifel an der schnellen Entwicklung des “autonomen Fahrens” anklingen ließen. Man gebe in unserer Volltextsuche einfach mal “autonom” ein… Unvergessen auch der ikonenhafte Schnappschuß des französischen “Business Insider” vom April letzten Jahres, als die wissenschaftliche Leiterin von Ubers ATG, Raquel Urtasun, eingestand, daß es mit dem “autonomen Fahren” wohl noch lange dauern würde und sich damit die einzige Chance für Uber, jemals profitabel werden zu können, in Luft auflöste. Wer in den Jahren zuvor jemals mit einem Regelungstechniker gesprochen hatte, wusste bereits, daß Fuzzylogik nicht nur ein mathematisches Problem, sondern für das “autonome Fahren” ein schier Unlösbares werden würde.
Obwohl der folgende Artikel einen gewissen Brechreiz ob der unverschämten Summen frei floatierenden Kapitals von den falschen Händen in die falschen Hände erzeugt, haben wir ihn übersetzt. Zeigt er doch deutlich auf, in welche Richtung es nunmehr geht. Trotz der unschlagbaren Stärke des Taxigewerbes, dezentral organisiert zu sein, schwarmmäßig eben, böten sich ja da vielleicht sogar zentralistische Chancen bei der elektrisierten Flottenfahrerei, wozu schon Bernd Stumpf auf der letztjährigen Mitgliederversammlung der Berliner TaxiInnung am 4. November einen rationalen, durchgerechneten Optimismus verbreitete. Auch wenn klar sein dürfte, daß die Ressourcen begrenzt sind, muß auf jeden Fall das Taxigewerbe als Bestandteil des ÖPNV auch in Zukunft zu den Begünstigten gehören. …

Bargeldfeinde erleiden im Hauptquartier New York schweren Rückschlag

2020-01-27 New York: „Ein Tiefschlag für die Better Than Cash Alliance ist auch die Begründung für die Maßnahme, die mit großer Mehrheit beschlossen wurde: Finanzielle Inklusion nämlich. „Der Marktplatz der Zukunft muss den Bedarf verletzlicher New Yorker berücksichtigen“, schrieb der Sponsor des Gesetzes, Ritchie Torres in einer Presseerklärung. Auch wer kein Bankkonto hat, oder sich die Bankgebühren nicht leisten will, soll überall einkaufen und essen können.

Damit betont der New Yorker Stadtrat, dass Bargeld das inklusivste Zahlungsmittel ist, weil jeder es ohne spezielle technische Einrichtungen und ohne Extrakosten nutzen kann“.

Wer sich einen größeren Überblick durch Presseartikel zum vorliegenden Fall verschaffen möchte, kann zusätzlich bei “Naked Capitalism” eine Zusammenfassung von Jerri-Lynn Scofield lesen. – Bargeldfeinde erleiden im Hauptquartier New York schweren Rückschlag (deutsch, Norbert Häring, “Cash enemies suffer severe setback at New York headquarters”)

Und sie tun es doch wieder: Uber und Lyft jagen die Fahrpreise nach Schießerei in Seattle hoch

2020-01-23 Seattle, USA: “Home of the brave”. Drei Schießereien in etwas mehr als 24 Stunden in der Gegend um die Third Avenue und Pine Street in Seattle, wie die “Seattle Times” schrieb. Die dritte Schießerei ereignete sich gestern gegen 17.00 Uhr Ortszeit vor einem McDonald’s und hinterließ einen Toten und sieben weitere Verletzte, darunter ein Neunjähriger.

Uber überarbeitete seine Notfallprotokolle im September 2018, nachdem es Kritik an seinem Umgang mit den Preiserhöhungen nach den Terroranschlägen in Städten wie London, Sidney und New York City gehagelt hatte. Das Unternehmen hat sein Global Security Center damit beauftragt, die Situation zu bewerten und die Preise für Fahrten in einem bestimmten Gebiet zu begrenzen. Trotz des großmännischen Securitygehabes – viel versprechen hin, nichts halten her – stiegen die Preise bei Uber und Lyft unmittelbar nach der tödlichen Schießerei in der Innenstadt von Seattle am Mittwochabend bis auf das Fünffache des Normalpreises und konnten erst nach einer Stunde “manuell” wieder abgeschaltet werden. Die im Artikel abgebildeten Twittermeldungen zeugen von dem Wucher.

Auch bei Lyft kostete eine Fahrt in den nördlich etwa vier Meilen entfernten Stadtteil Wallingford mehr als hundert Dollar. Die lakonische Erklärung eines Firmensprechers von Lyft: “Die Schießerei in Seattle ist tragisch, und unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Als wir erfuhren, was passiert ist, haben wir eine Preisobergrenze für die Hauptsendezeit eingeführt, die in Zeiten hoher Nachfrage automatisch aktiviert wird. Wir planen, die Nutzer in der Umgebung, die von dieser Preiserhöhung betroffen waren, zu entschädigen oder ihnen einen Kredit einzuräumen.” Auf die Idee, daß das “surge pricing” an sich ein Unding und gemessen an unseren Tarifkommissionen ein übler und undemokratischer Rückschritt ist, darauf kommt da keiner mehr – von restriktiveren Waffengesetzen mal ganz zu schweigen. – Uber and Lyft criticized for automated surge pricing after Seattle shooting (englisch, GeekWire, “Uber und Lyft kritisiert wegen automatischer Preiserhöhung nach den Schüssen von Seattle”)

Als die Transportrevolution die reale Welt traf

2019-12-28 San Francisco: Es ist die Zeit für Retrospektiven. Ein junger Amerikaner blickt auf die vergehende Dekade zurück, in der er an seiner Lebensperspektive feilte und rekapituliert aus wohlgemerkt sehr US-amerikanischer Sicht den Aufstieg und Niedergang der sog. „New Mobility“. Sicherlich können die allerwenigsten US-Amerikaner etwas mit unserem Begriff von „staatlicher Daseinsvorsorge“ anfangen, weil das in den USA schlicht nicht vorgesehen ist. Ebenso wenig teilen wir seine Ansicht, daß die Dispositionssoftware von Uber  „großartig“ sei. Für die um ihre Lebensenergie gebrachten Fahrer ist sie nämlich schlicht eine besonders üble, digitale Psychoknute, während auch sämtliche Daten der unglaublich ignoranten Kunden in das Schwarze Loch der 100+ Petabyte Big Data-Softwareinfrastruktur unlöschbar eingesogen und metabolisiert werden. Und letztlich fehlt uns inzwischen ein geradezu naiver, optimistischer Glaube an den Nutzen der Digitalisierung für die Massen. Kommt doch immer wieder heraus, daß der primitive Totalitarismus der Machtsüchtigen diese falsche Hoffnung in die allerhässlichste Freakshow verwandelt. Wie gesagt, wir teilen seine Meinung nicht uneingeschränkt und stehen auch „Wired“ nicht unkritisch gegenüber. Aber die Schilderung dieses Dekaden-Katers aus seiner eigentlich für unkritische Geister emotionalisierenden Sicht, die nicht gerade vor Tiefgründigkeit strotzt, erscheint uns allemal erwähnenswert. Deshalb haben wir diesen Artikel mal eben übersetzt. Sehr wahrscheinlich hat Alex Davies auch niemals „Uber State Interference“ gelesen.  Es gibt da auch noch immer die Geschichte von diesem komischen Kauz aus Hameln. Wissenschon…

Uber & Nauto: Datensammeln für die künstliche Intelligenz

2019-11-24 In verschiedenen Städten der USA schon seit Juli getestet, für Mexiko und Brasilien geplant: Uberfahrern wird angeboten, für 5$ monatlich eine Dashcam zu mieten, die dann auch das Geschehen im Innenraum des Fahrzeugs aufzeichnet (optisch UND akustisch). Verkaufsargument natürlich die Sicherheit. Kunde und Fahrer hätten keinen Zugang zu den Daten, nur das Uberpersonal, bei Bedarf “zur Klärung einer Situation”. Die ganze Sache ist eine Kooperation mit der Firma Nauto, die sich mit künstlicher Intelligenz zum Vermeiden von Unfällen beschäftigt. Wer jetzt denkt “na, das ist doch nützlich”, dem empfehlen wir, vielleicht unter Zuhilfenahme des Buches “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus” von Shoshana Zuboff, zu verstehen, dass mit solchen Projekten naturgemäß wesentlich mehr Daten anfallen, als man sich gemeinhin vorstellt. Und das diese bis auf das letzte Bit ausgewrungen werden, um daraus Profit zu schlagen. Insbesondere Sprachaufzeichnungen stehen hoch im Kurs, denn der aktuelle Stand der künstlichen Intelligenz ist nicht das Ende aller Begierde: Es geht um affective computing (emotionale künstliche Intelligenz).
Ein Hohn, dass die Fahrer auch noch eine monatliche Gebühr dafür zahlen sollen. Uber Embraces Videotaping Rides, Raising Privacy Concerns(englisch, New York Times, “Uber setzt sich für die Videoaufzeichnung von Fahrten ein und wirft Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre auf”, 20. November)

Brücke der Ubertanic meldet: Eisberg ca. 48 Stunden voraus

2019-11-05 New York: Das war natürlich nicht die Überschrift der Nachrichtenagentur “Reuters” zum Q3 des Datenstaubsaugers Uber, deren Meldung wir hier zitieren. Die lautete vielmehr so: “Breakingviews – Uber-Gewinne schlängeln sich auf dem Weg ins Nichts”.  Kann man machen, ist uns aber nicht deutlich genug. Reuters moniert zu Recht die “schwindelerregende Auswahl von Firmenkennzahlen” bzw. “schmeichelhaft bereinigte Grundannahmen”. Uber ist so unglaubwürdig, daß klar sein dürfte, daß gemäß des unheiligen Marktradikalismus, in dem sich jeder unbedingt selbst der Nächste ist, die Aktien lieber für cash auf “den Markt” gekippt werden dürften. Womit also sollten sich diese Roßtäuscher jemals wieder konsolidieren? Na klar: Mit Boni für’s Orchester… – Breakingviews – Uber earnings are winding road to nowhere (englisch, Reuters, “Breakingviews – Uber-Gewinne schlängeln sich auf dem Weg ins Nichts”)

Ubers Klage gegen die Deckelung der Neuzulassungen in New York wird abgewiesen

2019-11-03 “Taxifahrergruppen erklärten die Entscheidung für einen Sieg. “Diese Obergrenze war lebensrettend und die Grundlage für jede Gruppe von Fahrern – Uber oder Yellow Cab -, um aus Armut und Instabilität herauszukommen”, sagte der Direktor der New York Taxi Workers Alliance, Bhairavi Desai, in einer Erklärung.” “Uber und Lyft haben die Straßen auf dem Rücken der Fahrer überflutet. Sie haben bei diesem Thema verloren und müssen aufhören, Zeit und Geld für alle zu verschwenden.” – “Uber’s lawsuit challenging NYC’s cap on new vehicles is dismissed (englisch, The Verge, “Ubers Klage gegen die Deckelung der Neuzulassungen in New York wird abgewiesen”)

Uber: “Keine Möglichkeit, endgültig zu wissen”, was tatsächlich mit den gestohlenen Daten passiert sei

2019-11-01 San Jose, Kalifornien: Daß es 2016 einen Hack gab, bei dem ca. 57 Mio. Fahrgast-, und Fahrerdaten von Uber aus der Amazon-Cloud gestohlen wurden, war bekannt. Daß jetzt, nach dem Geständnis zweier Hacker am Mittwoch aber bekannt wurde, daß eine dritte Person unbekannterweise entkommen konnte, entkräftet eher nicht den Verdacht, daß die gestohlenen Daten evtl. gar nicht vernichtet wurden. Wir sind nicht überrascht. Wir können es aber schon länger besser: Winkt uns am Straßenrand herbei, bezahlt bar und kein Konzern weiß danach, wo ihr hingefahren seid, falls ihr Eure Smartwanze zuhause gelassen habt. – Uber allegedly paid $100,000 ransom and had hackers sign NDAs after massive data breach (englisch, CBS, “Uber soll 100.000 Dollar Lösegeld gezahlt haben und ließ Hacker NDAs nach massiver Datenschutzverletzung unterschreiben”) – (englisch, Register, “Don’t be so concerned with your image’… US prosecutor lets rip on Uber for hack cover-up as pair plead guilty“)

Das juristische Argument, das Uber zerstören könnte, ist im Begriff, getestet zu werden

2019-10-23 Neu auf taxi-innung.de:

Es ist fast wie im Science Fiction: Das Mutterschiff wird jetzt im Orbit juristisch in die Zwickmühle genommen. Ist es zerstört, fliegen sämtliche Bots nur noch führungslos und endgültig angreifbar in der Gegend herum. Tag der Entscheidung. Gut von Aaron Gordon bereits am 19. September auf “Jalopnik” für Sie erklärt. Jetzt von taxi-innung.de für Sie übersetzt.

“Lightfoot bereitet 40 Millionen Dollar pro Jahr Steuer auf Uber, Lyft vor”

2019-10-22 Die Bürgermeisterin von Chicago, Lori Lightfoot, plant die Steuern auf Fahrten mit Uber und Lyft zu erhöhen. Mit einer Ausnahme: bei “Pooling”-Fahrten wird die Steuer leicht gesenkt. Unterm Strich bedeutete dies 40 Millionen US-Dollar Steuereinnahmen jährlich. “Lightfoot readies $40 million-a-year tax on Uber, Lyft” (englisch, Crain’s Chicago Business, “Lightfoot bereitet 40 Millionen Dollar pro Jahr Steuer auf Uber, Lyft vor”, 18. Oktober )

Mitschnitt der Anhörung: “Die Zukunft der Verkehrsnetzbetreiber untersuchen. Herausforderungen und Chancen”

2019-10-22 Washington D.C.: Der Vollständigkeit halber verweisen wir auf den Videomitschnitt der Anhörung des Kongressausschusses für Verkehr und Infrastruktur vom 16. Oktober. Er ist sehr lang, nämlich knapp 2 1/2 Std. Abgesehen davon, daß wir eine solche Transparenz überall im deutschen Politapparat vermissen, ist klar, daß das Ding sehr lang ist. Wer sich also die Zeit nehmen will, nachzuvollziehen, was da von Relevanz war, dem sei diese Quelle vorgeschlagen. (Update 23.10.: Ich habe mir jetzt die Zeit genommen, länger in die Aufzeichnung hineinzuhören. Es ist eine einzige Anklage der Mißstände, die durch Ubers und Lyfts Wirken in den Staaten angehäuft wurden. Wir wollten nach einer harten Arbeitswoche, weil die Miete wieder ansteht, die Agentur unbedingt wieder auf den neuesten Stand bringen. Die Diagnose ist eh’ klar: Ubers “Geschäftsmodell” ist für eine fortschrittlich zivilisierte Gesellschaft extrem schädlich! Dasjenige seiner miesen Klone ebenso! M.L.)

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Der Kongress wollte Uber und Lyft in Sachen Sicherheit grillen. Die Firmen haben sie abgeblasen

2019-10-17 Washington D.C.: Um es gleich vorweg zu nehmen: Lyft und Uber haben keine Vertreter zum Kongressausschuß für Verkehr und Infrastruktur geschickt. So, wie andere Datenkraken aus dem Silicon Valley, meinen wohl auch sie, die Mechanismen einer gesetzten Demokratie ignorieren zu können. Auch der politische Apparat in Deutschland sollte dies zur Kenntnis nehmen. Trotz der heuchlerischen Beteuerungen von Ubers Vertretern, sich in Deutschland an irgendwelche Gesetze halten zu wollen. Gleichwohl werden die erlahmenden, disruptiven Geldverbrenner jetzt auch noch zum Politikum in den US of A. Das wird ihnen kaum neue “Freunde” bringen. In einem mittellang gehaltenen Artikel in intellektuell einfacher Sprache geht die WaPo auf’s Protokollarische ein. Ein Auszug: “Sowohl Uber als auch Lyft entschieden sich jedoch, keine Vertreter zu entsenden. Dies veranlasste den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Peter A. DeFazio (D-Ore.), während der Anhörung am Mittwoch zu sagen, dass das Gremium die Gesetzgebung vorantreiben wird, die die Sicherheit und Arbeitsschutz für Verkehrsnetzunternehmen oder Ride-Hailing-Unternehmen mit oder ohne deren Mitarbeit umfassen könnte”. “Das Scheitern von Uber und Lyft heute ist ein Zeichen dafür, dass sie keine Fragen zu ihren Operationen beantworten wollen”, sagte DeFazio bei der Anhörung. Er sagte, dass sie versuchen könnten, das Gespräch über Sicherheitsprobleme oder ihre Arbeitsunterlagen zu vermeiden. “Für ihr langfristiges Überleben, für jede Hoffnung auf eine Partnerschaft mit Agenturen, die Bundesmittel einsetzen, müssen sie ihre Handlungen bereinigen”, fügte er hinzu. Das klingt fast so, als hätte man die Strategie Ubers, in Zukunft aus Steuermitteln subventioniert zu werden, verstanden und setze dies jetzt als ein Druckmittel ein. Auf eine retardierende Debatte über Marktradikalität und dieser gegenüberstehenden Vorzüge einer gesetzten Demokratie, die die WaPo hier einflicht, wie sie auch der “Deutschlandfunk” (link) seinen Rezipienten neulich zumutete, verzichten wir gern. Richard Grenell sagte uns während unseres Treffens als des von ihm eingeladenen Berliner Taxigewerbes (link) im Bunker (link) am “Brandenburg Gate”: “Bekämpfen Sie nicht Uber, sondern seien Sie besser!” Und das sind wir seit Jahrzehnten. – Congress wanted to grill Uber and Lyft on safety. The companies blew them off (englisch, Washington Post, “Der Kongress wollte Uber und Lyft in Sachen Sicherheit grillen. Die Firmen haben sie abgeblasen”)

Der Vorsitzende DeFazio fordert Uber und Lyft auf, die Teilnahme an der bevorstehenden Anhörung zu ernsten Fragen der Ride-Hailing Industrie zu überdenken

2019-10-15 Washington D.C./Rayburn House Office Building: Höflich, aber bestimmt. Der Vorsitzende des Hausausschusses für Verkehr und Infrastruktur des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, Peter DeFazio, hat gestern den beiden CEOs von Lyft und Uber ein Schreiben zukommen lassen und ihnen geraten, trotz ihrer bisherigen Ablehnung, Delegierte zu dieser Anhörung zu schicken, dies freundlicherweise doch am Mittwoch, 16. Oktober zu tun. Zitat: “Ich beabsichtige, legislative Lösungen zu verfolgen, um zahlreiche Probleme anzugehen, die die Ride-Hailing Branche plagen, von denen viele bei dieser Anhörung angesprochen werden. Dazu gehören die Bedingungen für Ihre Partnerschaften mit Staaten und lokalen Regierungen und Verkehrsbetrieben, die Auswirkungen Ihres Geschäftsmodells auf die Arbeitsbedingungen und beunruhigende Berichte über Probleme der öffentlichen Sicherheit bei denen, die Ihre Plattform nutzen. Wenn Sie keinen Vertreter zur Aussage in der Anhörung schicken, lassen Sie dem Ausschuss wenig Wahl, als diese politischen Entscheidungen ohne Ihren Beitrag zu treffen.” Beide Anschreiben sind direkt auf der Seite anclickbar. – Chair DeFazio Urges Uber, Lyft to Reconsider Participation at Upcoming Hearing on Serious Issues Facing the Ride Hailing Industry (englisch, House Committee on Transportation and Infrastructure, “Der Vorsitzende DeFazio fordert Uber und Lyft auf, die Teilnahme an der bevorstehenden Anhörung zu ernsten Fragen der Ride Hailing Industrie zu überdenken”)

 

“Autsch”

2019-10-12  Der Abspann naht. U.K.: Die Zeichen stehen auf Steuernachzahlung, voraussichtlich über eine Milliarde Pfund. “Uber denkt in Verhandlungen mit dem HMRC (britische Finanzbehörde) zu stehen, aber das HMRC verhandelt nicht.”  Es geht nicht nur um Steuernachzahlungen, sondern auch um künftige Steuerforderungen von 20 % Prozent auf die Bruttoumsätze. “Uber to Owe UK >£1 Billion in VAT if It Loses Appeal on Suit on Driver Status. Also Loses Liability Insurer” (englisch, naked capitalism, “Uber schuldet Großbritannien mehr als 1 Milliarde Pfund an Mehrwertsteuer, wenn es die Berufungsklage in Bezug auf den Fahrerstatus verliert. Auch verlieren sie den Haftpflichtversicherer.”)
In den USA kündigt die James River Group alle bestehenden Haftpflichtverträge mit Uber zum 29.2.2020. “Aktie büßt kompletten Jahresgewinn ein: Uber zwingt diesen Versicherer in die Knie” (deutsch, finanzen.net, “Stock loses complete annual profit: Uber forces this insurer to its knees”)

Uber und das Sherlock-Holmes-Prinzip: Wie die Kontrolle von Daten zu einer verzerrten wissenschaftlichen Forschung führen kann

2019-10-10 Neu auf taxi-innung.de:

Übersetzung des Artikels “Uber and the Sherlock Holmes Principle: How Control of Data Can Lead to Biased Academic Research” von Luigi Zingales erschienen am 9. Oktober 2019 auf promarket.org

Uber stellt JFK Flughafenhubschraubertaxis für alle Nutzer zur Verfügung

2019-10-04 New York: Uberflüssig. Wie toll. Uber bietet jetzt nicht mehr nur für sog.  “Premium”- oder “Diamond”- Kunden einen Helitransfer von der Südspitze Manhattans zum JFK in Queens an, sondern liefert sich mittels der Charterfirma “HeliFlite Shares” zu Preisen zwischen 200$ und 225$ pro Person mit kleinem Koffer auch keinen Unterbietungskampf mit den Mitbewerbern im Fluggeschäft. Blöd nur, daß neulich ausgerechnet Mitarbeiter der Nachrichtenagentur “Reuters” das Angebot dieses achtminütigen Fluges nutzten und ihnen dabei auffiel, daß sie ebensogut ein ganz normales Taxi hätten benutzen können und das auch schrieben: “Uber sagt, dass der Service dazu bestimmt ist, die Reisezeiten zu verkürzen, aber als Reuters am Mittwoch Copter ausprobierte, dauerte eine Reise von seinem Midtown-Büro zum Flughafen 70 Minuten, einschließlich einer U-Bahnfahrt in der Innenstadt und zwei Uber-Fahrten zum und vom Heliport. Das ist ungefähr die gleiche Zeit, die ein normales Taxi bei mäßigem Verkehr benötigt hätte”.  Wir stellen fest: An “Uber” ist eben alles nur Sch… ein!(englisch, Reuters, “Uber makes JFK airport helicopter taxis available to all users”)

Wenn Fahrten schief gehen: Wie die Untersuchungseinheit von Uber arbeitet, um die Haftung des Unternehmens zu begrenzen

2019-09-26 Phoenix, Arizona: Man mag ja von der WaPo halten, was man will. Aber mit diesem etwas langatmigen Artikel von Greg Bensinger wird eines nochmals deutlich: Wer seine gierigen Krallen nach Profit so weit ausstreckt, IST dafür verantwortlich, wenn sein Geschäftsmodell von allen Seiten nach Extralegalität stinkt und somit natürlich nicht nur das Taxigewerbe in den Dreck trampelt, sondern alle zivilisatorischen Fortschritte gleich mit! Zwei Sätze nur seien zitiert und man kann sich das ganze Ausgeklügel um sexuelle Angriffe und Schwerstunfälle fast sparen: “Den Agenten ist es von Uber verboten, Anschuldigungen an die Polizei weiterzuleiten oder den Opfern zu raten, Rechtsbeistand zu suchen oder eigene Polizeiberichte zu erstellen, selbst wenn sie Geständnisse über Straftaten enthalten, sagte Lilli Flores, eine ehemalige Ermittlerin in Phoenix – eine Richtlinie, die in Interviews mit Ermittlern, mutmaßlichen Opfern und Anwälten der Kläger bestätigt wurde”. “Ubers Ermittlungsprozess ist unterbrochen, so die Leute, die dort gearbeitet haben, und wird durch Ubers Beharren darauf, dass seine Fahrer unabhängige Auftragnehmer und keine Mitarbeiter sind, vereitelt – und deshalb ist Uber nicht für deren Handeln verantwortlich“. Keine weiteren Kommentare mehr nötig. Schluss mit der “Gig-Economy”! (englisch, Washington Post, “When rides go wrong: How Uber’s investigations unit works to limit the company’s liability”)

Gouverneur Newsom unterzeichnet Gesetzgebung

2019-9-19 Sacramento: Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom unterzeichete gestern abend wie angekündigt das Gesetz AB 5, welches den Status der “Gig-Worker” gegenüber App-Anbietern wie Lyft und Uber entscheidend verbessern soll. Auf der Seite von Newsom kann man sich das Gesetz auch ansehen. Es ist davon auszugehen, daß nun auch andere Bundesstaaten folgen werden. Am 6. November ist der Q3 von Uber fällig. Daraufhin dürfte Uber allerdings nur noch ein endliches Dasein als Untoter fristen. (englisch, Office of Governor Newsom, “Governor Newsom Signs Legislation 9.18.19”)

“Uber geht zurück zu den Grundlagen: Verstoß gegen das Gesetz”

2019-09-13 Washington: Der “American Prospect” fügt in einem beißenden Artikel zusammen, was zusammengehört: Die Mißachtung von Gesetzen als Credo der Firma Uber, die aktuellen Aussagen ihres Chefjuristen Tony West und dessen unheilige Rolle. Zitat: “Natürlich ist es möglich, dass Tony West einfach kein besonders gutes Verständnis für das Recht hat. Als hochrangiges Mitglied des Obama Justice Department war West die erste Person innerhalb des Justice Department für die Betrugsabrechnungen von JPMorgan, Citigroup und Bank of America im Zuge der Finanzkrise. Während er die Show leitete, gelang es der Obama-Regierung, nur 11,5 Milliarden Dollar an Strafen aus diesen drei eklatantesten Übeltätern herauszuholen, bevor West 2014 das DOJ verließ.” Da bleibt kein Auge trocken! – Uber Goes Back to Basics: Violating the Law (englisch, American Prospect, “Uber geht zurück zu den Grundlagen: Verstoß gegen das Gesetz”, 12. September)