Quelle: New York Times

Uber & Nauto: Datensammeln für die künstliche Intelligenz

2019-11-24 In verschiedenen Städten der USA schon seit Juli getestet, für Mexiko und Brasilien geplant: Uberfahrern wird angeboten, für 5$ monatlich eine Dashcam zu mieten, die dann auch das Geschehen im Innenraum des Fahrzeugs aufzeichnet (optisch UND akustisch). Verkaufsargument natürlich die Sicherheit. Kunde und Fahrer hätten keinen Zugang zu den Daten, nur das Uberpersonal, bei Bedarf “zur Klärung einer Situation”. Die ganze Sache ist eine Kooperation mit der Firma Nauto, die sich mit künstlicher Intelligenz zum Vermeiden von Unfällen beschäftigt. Wer jetzt denkt “na, das ist doch nützlich”, dem empfehlen wir, vielleicht unter Zuhilfenahme des Buches “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus” von Shoshana Zuboff, zu verstehen, dass mit solchen Projekten naturgemäß wesentlich mehr Daten anfallen, als man sich gemeinhin vorstellt. Und das diese bis auf das letzte Bit ausgewrungen werden, um daraus Profit zu schlagen. Insbesondere Sprachaufzeichnungen stehen hoch im Kurs, denn der aktuelle Stand der künstlichen Intelligenz ist nicht das Ende aller Begierde: Es geht um affective computing (emotionale künstliche Intelligenz).
Ein Hohn, dass die Fahrer auch noch eine monatliche Gebühr dafür zahlen sollen. Uber Embraces Videotaping Rides, Raising Privacy Concerns(englisch, New York Times, “Uber setzt sich für die Videoaufzeichnung von Fahrten ein und wirft Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre auf”, 20. November)

“Kalifornisches Auftragnehmergesetz sorgt für Verwirrung über die Gig Economy hinaus”

2019-09-13 San Francisco: Einen der letzten großmäuligen Trompetenstöße der Ubertanic kolportiert die New York Times, bevor dann der Q3 ansteht und die Schotts brechen: “Uber, eines der Hauptziele der Gesetzgebung, erklärte, dass die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes nicht für seine Fahrer gelten würden, was eine Debatte auslöste, die weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen für Unternehmen und Arbeitnehmer in Kalifornien und möglicherweise auch darüber hinaus haben könnte, da die Gesetzgeber in anderen Staaten versuchen, ähnliche Änderungen vorzunehmen.” Sehr vorsichtig und zittrig formuliert, NYT! Aber schon befindet man sich auf den Mühlrädern des politischen Geschäftes! – California’s Contractor Law Stirs Confusion Beyond the Gig Economy (englisch, New York Times, “Kalifornisches Auftragnehmergesetz sorgt für Verwirrung über die Gig Economy hinaus”, 11. September)

“Wie Uber verloren ging”

2019-08-24 New York: Der Abgesang auf Uber in den United States of A schwillt langsam zu einem Chor an. Dass sie es auch immer erst merken, wenn sie Geld verlieren, tsts. Der Artikel in der NYT ist eine Art Trailer zur Veröffentlichung des neuen Buches “Super Pumped: The Battle for Uber” von Mike Isaac am 3. September. Zitat: “Wie eine Reihe von Finanzkommentatoren hervorgehoben haben, geht es darum, dass die Gewinne fast vollständig von Vorinvestoren auf dem privaten Markt erzielt wurden. Wer am Tag seines Börsendebüts Aktien von Uber gekauft hat, schreibt rote Zahlen.” Und es gibt noch eine Investorenrunde, die erst nach dem 3. Quartal ausbezahlt wird, weil sie unterschrieben hatten, daß sie sechs Monate lang nicht aussteigen. Der Artikel endet mit: “In fünf Jahren werden Technologieunternehmen, deren I.P.O.s nach uns kommen, auf diesem Börsenparkett stehen und sehen, was wir erreicht haben.” Mit einem Schimpfwort fügte er hinzu: “Sie werden sagen: Heilige Scheiße. Ich will Uber sein.” Könnten sie. Die Frage ist: Welches Uber?” – How Uber Got Lost (englisch, New York Times, “Wie Uber verloren ging”)

“Sie dachten, es sei ihr “Uber”, aber der Fahrer war ein Beutegreifer”

2019-04-05 Nochmal zu dem schrecklichen Mordfall in Columbia: Die New York Times jammert und lamentiert herum. Aber daß dieses Problem erst durch “Ride-Hailing” entstanden ist und sich auf ein Minimum reduzieren ließe, wenn die Fahrgäste sich ein echtes Taxi bestellen würden, darauf kommt der Autor erst gar nicht – They Thought It Was Their Uber. But the Driver Was a Predator (englisch, New York Times, “Sie dachten, es sei ihr “Uber”, aber der Fahrer war ein Beutegreifer”)