Türkei

Nachtrag: Istanbuler Berufungsgericht beschert Uber die Aufhebung der Zulassungssperre als Weihnachtsgeschenk

law2021-01-09 Istanbul, Türkei: Uns war ein öffentlicher Hinweis in türkischer Sprache durch die Finger geschlüpft und der Name der türkischen Zeitung entfallen, die für derartige Meldungen in englischer Sprache früher schon hilfreich war. Wir fragen uns, wie es möglich sein kann, daß es trotz Geheiß des obersten Muslim-Bruders Erdo – der ja weltlichem Pomp gar nicht abgeneigt ist – möglich sein kann, daß Uber jetzt wieder an Uninformierte vermitteln darf? Leider sagt uns die Zeitungsmeldung nicht, wer jetzt also möglicherweise bestochen wurde. Als Erklärung wäre auch Ubers verlängerter Schutzschirm namens “US-amerikanische Geostrategie” möglich. Wie man weiß, gibt es ja in der Türkei ein Problemchen mit dem Kauf der S-400. Aber was wissen Taxifahrer denn schon, ne?

Ein weiterer, unangenehmer Nebeneffekt des outlaw-images von Uber

2020-01-07 Istanbul, Türkei: Die Schlagzeile über dem Artikel aus der türkischen duvaR. Gazette ist natürlich Quatsch und hat mit Ursache und Wirkung recht wenig zu tun. Wir geben dem ehemaligen Vorsitzenden der Istanbuler Taxifahrervereinigung, Yahya Uğur, natürlich insoweit recht, als Fahrer selber, wie auch Verbände stets um Qualitätsverbesserung bzw. das Halten eines hohen Qualitätstandards  bei der Dienstleistung Taxi bemüht sein sollten. Ausdrücklich begrüßen wir auch die erfolgreichen Bemühungen der türkischen Verbände, den in puncto Respekt vor der nationalen Gesetzgebung archaisch wütenden Neandertaler “Uber” von der Landkarte gekegelt zu haben und darüber hinaus gezeigt zu haben, daß das technisch auch machbar ist. Nur stand eben weltweit das Taxigewerbe politisch noch nie so unter Druck. Der Lackmustest, den das Trampeltier “Uber” in den angegriffenen Ländern durchführt, gilt auch weniger dem Taxigewerbe, als vielmehr der Beständigkeit der Rechtsordnungen dieser Länder, wenn sie z.B. wie in Deutschland das Taxi mittels des staatlichen Gewaltmonopols beaufsichtigen und damit eben auch schützen können. Und bitte: Wann, wenn nicht neuerdings, haben es Gewerbefunktionäre je mit “psychologischer Wirtschaftskriegsführung” zu tun bekommen? Kommen wir also zur Kernaussage des Artikels zurück: Beflügelt durch diese Zermürbungstaktik im Gewande der “Modernität”, die sich längst schon als pur rückwärts gerichtet (Reaktion) erwiesen hat, glauben nun Hinz und Kunz, sie seien berufen, ebenfalls Taxi spielen zu können. Im Ergebnis: “Die Zahl der Piratentaxis in der Megastadt ist nach dem Verbot von Uber auf über 5.000 gestiegen, sagte Uğur der Zeitung Hürriyet in einem Interview vom 6. Januar”. Und: “Das Ende von Uber hat die Istanbuler auf einen anderen Dienst gelenkt: Piratentaxis, die die Mittel von Whatsapp zur Kommunikation mit ihren Kunden nutzen”. Fazit: Wer diesen Geist aus der Flasche ließ, wird ihn schwer wieder einfangen können! – Former head of taxi association regrets ‘aggressive’ campaign against Uber (englisch, duvaR. Gazette, “Ehemaliger Chef des Taxiverbandes bedauert “aggressive” Kampagne gegen Uber)

“Istanbuler Gericht entscheidet über unlauteren Wettbewerb im Fall Uber, verbietet den Zugang zur App”

2019-10-22 Istanbul: Shut Down für Uber in der Türkei. Nach der Verhandlung einer Klage des Istanbuler Taxiverbandes entschied das Handelsgericht den Zugang zur Uber-App zu sperren. “Istanbul court rules unfair competition in Uber case, bans access to app” (englisch, Daily Sabah, “Istanbuler Gericht entscheidet über unlauteren Wettbewerb im Fall Uber, verbietet den Zugang zur App”, 16. Oktober)

“Türkische Taxifahrer wollen nach dem Kauf durch Uber die Verbindung zu Careem abbrechen”

2019-03-28 Türkei: Uber kauft Careem für 3,1 Mrd. und dachte, den Fuß erneut in die türkische Tür zu bekommen. Was machen jedoch die türkischen Taxifahrer? Genau, sie schalten Careem einfach ab! – Turkish taxi drivers to cut ties with Careem after being purchased by Uber (englisch, Ahval, “Türkische Taxifahrer wollen nach dem Kauf durch Uber die Verbindung zu Careem abbrechen”)