Brüsseler Taxiverband BTF geht kämpferisch ins neue Jahr

2021-01-09 Brüssel, Belgien: Brüssel ist nicht Flandern und Sam Bouchal steht seit Jahren seinen Mann als Generalsekretär des Brüsseler Taxiverbandes BTF, um sich für seine Berufsgruppe einzusetzen und nicht für die Massen an inkompetenten, korrupten “Heilsbringern”, die sich für Politiker halten und “seine” Stadt fluten. Wie wir selber, hat er auch immer einen Blick über den Tellerrand hinaus in die Welt. Das finden wir sehr sympathisch. Wir wünschen im Sinne der Taxifahrer dem BTF viel Erfolg bei seiner Klage! Kein Kampf ist aussichtslos, wenn man ihn kämpft.

Die Uber-Regelung läutet ein wichtiges Jahr für das Brüsseler Taxigewerbe ein

Der Brüsseler Gerichtshof wird spätestens am 15. Januar über den Fall Uber entscheiden. Das Urteil ist essentiell für das Brüsseler Taxigewerbe, das durch Corona einen enormen Niedergang erlebt und sich laut einem aktuellen Bericht der Beratungsfirma Deloitte seit Jahren in einer schweren Krise befindet. In TaxiPro blickt der Brüsseler Taxiverband BTF auf das Jahr 2021.

“2021 wird ein extrem wichtiges Jahr für die Brüsseler Taxibranche”, sagt Sam Bouchal, Generalsekretär der Brüsseler Taxivereinigung BTF. Der Taxiverband hat letztes Jahr eine Klage gegen Uber eingereicht und das Urteil wird am 15. Januar erwartet. Ursprünglich war die Urteilsverkündung für den 18. Dezember geplant.

Bouchal widmet sich der Verschiebung der Hektik des Brüsseler Gerichts. “Andererseits denke ich auch, dass sie ihre Motivation sehr gut begründen wollen, um zu verhindern, dass eine der Parteien erneut in Berufung geht und den Fall vor den Kassationsgerichtshof bringt.

Unfairer Wettbewerb

Die Interessengemeinschaft wirft Uber unlauteren Wettbewerb vor. Dem US-Unternehmen wird vorgeworfen, das Steuergesetz zu umgehen, indem es argumentiert, die Nutzer seiner Plattformapp seien UberX-Mitglieder und keine Kunden. “Angeblich fallen sie deshalb nicht unter das Taxigesetz, aber das ist natürlich Unsinn”, sagt Bouchal. Ihm zufolge setzt Uber Fahrer mit einer Limousinen-Lizenz ein. während sie mit regulären Taxifahrern konkurrieren. “Und die Anforderungen für eine Taxilizenz sind viel strenger.”

Brüsseler Taxisektor geschrumpft

Bouchal behauptet, dass das Brüsseler Taxigewerbe seit 2014 enorm unter dem Aufstieg von Uber gelitten hat. “Wir haben etwa 40 Prozent unserer Kunden verloren. Vor allem Touristen nutzen häufig die Plattform Uber, die sie auch von zu Hause kennen”. Der Brüsseler Taxiverband schätzt, dass in Brüssel 2.000 Uber-Autos herumfahren, verglichen mit 1.300 traditionellen Taxis.

Wenn Uber sich an die Regeln der Taxi-Unternehmen halten müsse, stünden bessere Zeiten bevor, so der Branchenverband. In Anbetracht eines im November durchgesickerten Deloitte-Berichts scheint dies kein überflüssiger Luxus zu sein. Die Forscher des Beratungsunternehmens kamen zu dem Schluss, dass das Brüsseler Taxigewerbe in einem sehr schlechten Zustand ist. Das Wirtschaftsmodell wäre nicht mehr rentabel und würde die Schwarzarbeit fördern.

Schlussfolgerungen des Berichtes verheerend

Hinzu kommt, dass die Taxiunternehmen in der belgischen Hauptstadt, die noch stärker als andere Städte in Belgien von Events und Catering abhängig sind, enorm unter der Corona-Krise leiden. Bouchal schätzt die Aktivitätsrate bei den übrigen Taxiunternehmen auf 20 Prozent. Er selbst stellte vorübergehend sein Taxiunternehmen Mol-tax ein, das mit sieben Taxis für Corona unterwegs war. “Seit der zweiten Korona-Welle habe ich alle Autos stillgelegt, weil es nicht genug Arbeit gab”, sagt er.

Laut Bouchal hat sich die Brüsseler Regierung lange Zeit nicht um das Taxigewerbe gekümmert. In letzter Zeit gibt es Anzeichen, dass sich dies ändert. So will die Brüsseler Regierung die Auswahltests für Uber-Fahrer verschärfen und denen für Taxifahrer angleichen. “Ein erster Schritt in die richtige Richtung”, resümiert Bouchal.Uitspraak Uber luidt essentieel jaar in voor de Brusselse taxisector (niederländisch, TAXIPRO.be, “Die Uber-Regelung läutet ein wichtiges Jahr für das Brüsseler Taxigewerbe ein, 6. Januar)