Nicht lustig: Überall nur noch Clowns

music2020-08-11 Berlin/New York: Fassen wir mal zusammen: Obwohl längst allgemein bekannt sein müsste, daß der Cold & Fastfood-Lieferdienst „Uber“ mit seinem Fast-wie-Taxi-Programm niemals wird profitabel werden können, geben sich die sogenannten „Analysten“ mal wieder überrascht ob des neuerlichen Verbrennens von 1,8 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal. Hatte „Uber“ denn nicht bereits im 1. Quartal 2,9 Mrd. Dollar verbrannt? Alles wie gehabt.

Um die 13.6 Mrd. Dollar inklusive der 8 Mrd. Einnahmen vom Börsengang (Stand Februar 2020) sollen noch ihrer Verbrennung in Ubers Kriegskasse harren. Braucht man nicht extra zu kommentieren. Kurz zuvor ritt die deutsche Polit-Kavallerie als verlängerter Greifarm der Konzernlobbyisten namens „Findungskommission“ (ein zur Gesetzgebung noch nie vorher gesehenes Gremium) erneut los, weil sie dazu vermutlich durch einen Unterwerfungsappell, den der Präsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen, Michael Müller, zu verantworten hat, ermutigt wurde, um endlich ein für allemal einen Teil des verhassten „Gewährleistungsstaates“ loszuwerden und damit die Staatenkaufkraft der Geldbesitzer zu perpetuieren. Beim Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V (GVN), dem Heimatverband des derzeitigen Nochpräsidenten, gehen derweil in der Taxiabteilung die Lichter aus. Werden doch die TaxiunternehmerInnen dazu aufgefordert, selber Kontakt zu „ihren“ Bundestagsabgeordneten aufzunehmen, um das ganz offenbar sichere Ende per Überzeugungskraft abzuwenden. Nur – hat man denn beim GVN noch nie etwas vom Fraktionszwang gehört? Da entscheidet kein Abgeordneter gemäß Artikel 38 des Grundgesetzes als „Repräsentant des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur dem Gewissen unterworfen“.

Derweil entwickelt sich trotz „Mobilitätsgesetz“ in der Hauptstadt das nicht beschlossene Verkehrschaos prächtig: Unkontrollierte, illegal auf ganzer Linie operierende Mietwagen füllen fast jede Parklücke, verengte Straßen führen zu mehr Stau – man sieht schon das dünne, “grüne” Grinsen der Verkehrssenatorin, wenn sie beim Bürger die Hand für eine Staugebühr aufhält – und alle Senatsparteien zusammen haben seit letzten Mittwoch die Ausschreibung für eine weitere Privatisierung von S-Bahn-Teilstrecken draußen, was natürlich zu Lohndrückerei und Kostensteigerung für die Nutzung führen wird.

Obwohl das alles nicht lustig ist, lassen wir heute mal die Clowns vom Dienst ein Ständchen bringen. Denn immer wird weitergetanzt werden. So ist das Leben. Ob das die Denunzianten und Sandburgenbauer akzeptieren wollen, oder nicht…

The Tiger Lillies – Is That All There Is?